Wälder der Senne

 

Noch im 18. Jh. blickte der Betrachter in der Senne über eine nicht enden wollende Heidelandschaft. Kaum ein Baum versperrte die Sicht, geschlossene Wälder gab es nicht. Heute ist das Landschaftsbild der Senne im Projektgebiet vor allem durch relativ einförmige und artenarme Nadelwälder geprägt. Diese wurden ab Mitte des 19. Jh. großflächig aufgeforstet, da die Heidenutzung unrentabel wurde.

 

Im Naturschutzgroßprojekt sollen diese Wälder stark aufgelichtet werden, um die noch bestehenden Heiden und Magerrasen miteinander zu vernetzen. Die forstliche Nutzung ist dabei weiterhin möglich und auch gewollt. Besonderes Augenmerk muss dabei auf die Spätblühende Traubenkirsche gelegt werden, einen aus Nordamerika eingeführten Baum, der in den Wäldern der Senne zum Problem geworden ist, weil er zahlreiche andere Arten verdrängt.

 

Angestrebt wird die Entwicklung eines sehr lichten Birken-Eichenwaldes mit gut entwickelter Kraut- und Strauchschicht. Dieser für Nordwest-Deutschland einstmals prägende Waldtyp ist heute selten geworden. Viele Pflanzenarten können hier einen Lebensraum finden, z.B. der gelb blühende Färber-Ginster, das gefährdete Wintergrün, der Wiesen-Wachtelweizen, der Europäische Siebenstern, verschiedene Bärlapparten sowie Heidel- und Preiselbeere. Der Förderung dieses Waldtyps in der Senne kommt daher eine hohe Bedeutung zu.

 

Eichenwald (Foto: Guido Sachse)