Das Projekt

 

 

Artenreiche Kalkbuchenwälder, Reste bodensaurer Laubmischwälder, naturnahe Sand-Tieflandbäche, trockene und feuchte Heidelandschaften: dieses Nebeneinander zahlreicher Biotope ist die Grundlage für die herausragende, vielseitige Flora und Fauna der Senne und des Teutoburger Waldes. Zahlreiche seltene Pflanzen und Tiere kommen hier vor. Einige gibt es außerhalb des Projektgebietes nur noch sehr selten in Nordrhein-Westfalen.

Im Gebiet des Naturschutzgroßprojektes Senne und Teutoburger Wald finden wir sowohl Reste der Naturlandschaft als auch gut erhaltene Elemente der Kulturlandschaft, die durch gezielte Maßnahmen gefördert werden sollen. Dies hat sich der Projektträger zur Aufgabe gemacht.

 

Birke (Foto: Guido Sachse)

 

 

Ziele

 

Wertvolle Relikte der Naturlandschaft und gut erhaltene Elemente der alten Kulturlandschaft in der Senne und im angrenzenden Teutoburger Wald sollen

  • gesichert
  • entwickelt und
  • behutsam erlebbar gemacht werden.

 

Mensch und Natur sollen von dem Projekt profitieren!

 

Mit dem Förderprogramm zur „Errichtung und Sicherung schutzwürdiger Teile von Natur und Landschaft mit gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung“ fördert das Bundesamt für Naturschutz (BfN) national bedeutsame Landschaften. Damit leistet das BfN einen Beitrag zum Schutz des Naturerbes Deutschlands und zur Erfüllung internationaler Verpflichtungen. Seit 2003 gehört auch die Senne mit benachbarten Bereichen des Teutoburger Waldes dazu.

Gefördert wird neben einer eigendynamischen Entwicklung großflächiger Waldbereiche auch die naturverträgliche Bewirtschaftung von Wäldern, Wiesen und Äckern sowie die Pflege von Heiden und Magerrasen. Beweidungsprojekte, in denen neben Schafen, Ziegen und Rindern auch die für die Senne charakteristischen Senner Pferde eingesetzt werden können, gehören zu den geplanten Maßnahmen. Ziel ist es auch, die mit Fördermitteln erworbenen, gepachteten oder durch Maßnahmen verbesserten Flächen als Naturschutzgebiet auszuweisen oder durch andere geeignete Vereinbarungen zu erhalten. In einem Pflege- und Entwicklungsplan, der mit allen Betroffenen abgestimmt wurde, sind die einzelnen Maßnahmen dargestellt.

 

Heide im Furlbachtal (Foto: Walter Venne)

 

 

Träger

 

Naturpark Teutoburger Wald / Eggegebirge
Felix-Fechenbach-Str. 5
32756 Detmold

 

 

Projektgebiet

 

Das Projektgebiet liegt im Übergangsbereich zweier großer deutscher Landschaften: der Senne als Teil des Nordwestdeutschen Tieflandes und des Teutoburger Waldes als Teil der süddeutschen Mittelgebirgslandschaft. Es umfasst ca. 1.800 Hektar in fünf Städten bzw. Gemeinden:

 

  • Gemeinde Augustdorf (Kreis Lippe): ca. 526 Hektar
  • Stadt Detmold (Kreis Lippe): ca. 123 Hektar
  • Stadt Lage (Kreis Lippe): ca. 432 Hektar
  • Stadt Oerlinghausen (Kreis Lippe): ca. 622 Hektar
  • Stadt Schloß Holte-Stukenbrock (Kreis Gütersloh): ca. 94 Hektar

 

Das Projektgebiet ist überwiegend Wald, in der Senne Kiefernwald, im Teutoburger Wald Buchen- und Fichtenwald. Große Teile sind im Privatbesitz von insgesamt rund 140 Grundeigentümern. Nur wenige haben große zusammenhängende Flächen über 50 Hektar.

 

Baumkronen im Buchenwald (Foto: Daniel Lühr)

 

 

Was macht das Projektgebiet besonders wertvoll für den Naturschutz?

 

  • Die Senne ist das für den Naturschutz bedeutendste Gebiet in Nordrhein-Westfalen mit zahlreichen Lebensräumen und Arten von europäischer Bedeutung.
  • Der große zusammenhängende Laubwaldkomplex des Teutoburger Waldes ist landschaftlich eng mit der Senne verzahnt. Er ist eine wichtige Achse im überregionalen Biotopverbund und bietet vor allem Vogelarten mit großen Raumansprüchen den geeigneten Lebensraum.
  • Das Projektgebiet bietet eine bundesweit einzigartige Besonderheit. Auf engem Raum liegen zwei völlig unterschiedliche Landschaftsformen nebeneinander: die kalk-geprägte Mittelgebirgslandschaft des Teutoburger Waldes mit naturnahen Laubwaldbeständen und das sand-geprägte Tiefland der Senne mit Resten der historischen Heidelandschaft, die in den vergangenen Jahrhunderten landschaftsprägend für weite Bereiche Nordwestdeutschlands war.
  • Im Rahmen des Naturschutzgroßprojektes soll diese einzigartige Kombination aus wertvollen Relikten der Naturlandschaft (bodensaure Laubmischwälder, im Teutoburger Wald auch Kalkbuchenwälder, Quellregionen und unverbaute Oberläufe von repräsentativen Sand-Tieflandbächen) sowie der gut erhaltenen Elemente der alten Kulturlandschaft (Heiden, Magerrasen, Extensivgrünland auf trockenen und feuchten Standorten, Sandäcker) gesichert, entwickelt und behutsam erlebbar gemacht werden.

 

 

Zeitplan

 

Phase I (Januar 2004 – Februar 2007)

  • Erarbeitung des Pflege- und Entwicklungsplans mit
  • begleitendem Dialogprozess

 

Phase II (Juni 2008 – Mai 2017)

  • Maßnahmenumsetzung mit
    - Grunderwerb,
    - langfristiger Pacht,
    - langfristigen Ausgleichszahlungen über Bewirtschaftungs- oder Gestattungsverträge,
    - biotopeinrichtenden und biotoplenkenden Maßnahmen sowie
    - ersten Erfolgskontrollen.

 

Perlgras-Buchenwald (Foto: Peter Rüther)

 

 

Finanzierung

 

Für die Phase I wurden rund 665.000 € eingesetzt.

Für Phase II sind rund 11,3 Mio. € eingeplant.

Die Kostenträger sind:

 

  • 70% Bundesrepublik Deutschland
    (Förderung durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU))
  • 20% Land Nordrhein-Westfalen
    (Förderung durch das Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz NRW (MUNLV), vertreten durch die Bezirksregierung Detmold)
  • 10% Träger
    (mit Unterstützung des Kreises Lippe, der Städte Detmold, Lage und Oerlinghausen, der Gemeinde Augustdorf und der Nordrhein-Westfalen-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege)

 

 

 Projektbegleitende Arbeitsgruppe (PAG)

 

  • begleitet fachlich die Erstellung des Pflege- und Entwicklungsplanes in der Phase I sowie
  • die Umsetzung der Maßnahmen in der Phase II und
  • dient als Plattform für den Informationsaustausch zwischen
    - Projektträger,
    - Fördergebern,
    - Kommunen,
    - Behörden und
    - Interessensgruppen, um
  • einen Projektablauf zu gewährleisten, der von der Region unterstützt wird.

 

 

 Freiwilligkeit des Projektes

 

 Das Naturschutzgroßprojekt Senne und Teutoburger Wald

 

  • ist ein partnerschaftliches Projekt,
  • setzt auf freiwillige Vereinbarungen,
  • arbeitet nicht gegen den Willen der Eigentümer und
  • gleicht einen Mehraufwand für ökologische Leistungen oder Ertragsminderungen finanziell aus.

 

 

Übersicht

 

 

Übersichtskarte NGP